Zweithund - War es die richtige Entscheidung?

Zweithund – War es die richtige Entscheidung?

Vor einigen Tagen rief Ivy’s Züchterin alle Nachzuchtbesitzer auf, einen kleinen Text über die Entwicklung des Hundes zu schreiben. Die Idee finde ich toll und auch ich möchte natürlich auch einen Text über Ivy schreiben. Während ich also so über meinem leeren Word Dokument hocke und die letzten 15 Monate Revue passieren lasse, kommt mir auch immer wieder die Frage in den Kopf – war es die richtige Entscheidung einen Zweithund so früh anzuschaffen?

Zweithund - War es die richtige Entscheidung?

Der Weg zum Zweithund

Der Zweithund kam ehrlich gesagt früher als geplant. Für mich war zwar schon relativ früh klar, dass Brooke irgendwann eine kleine Aussie-Schwester bekommen wird, aber nicht mit rund 18 Monaten. Vorallem musste ich mir alleine schon bei den noch ziemlich unklaren Überlegungen schon zu genüge anhören, dass ich wohl verrückt sei! Ein Welpen zu einem Junghund? Das geht doch sowieso schief! Und Brooke habe ja sowieso noch einige Baustellen. Beispielsweise ihre Bellerei am Hundeplatz, da sie hier mit den Reizen einfach noch überfordert ist.

Ich bin mir absolut bewusst, dass Brooke nicht der klassische Vorzeigehund ist. Wir haben einige Baustellen. Vorallem immer dann, wenn viele Andere es sehen wie zum Beispiel auf dem Hundeplatz. Und diese Menschen sehen dann auch immer nur unsere Probleme. Aber das ist nur ein Bruchteil des Ganzen. Keiner sieht, dass sie im Freilauf gut hört. Dass sie zuhause nicht die Bude auf den Kopf stellt sondern auch problemlos einen ganzen Tag verpennen kann. Ehrlich gesagt, gab ich also wenig auf die ganzen blöden Sprüche und verließ mich da ganz auf mein Bauchgefühl.

Allerdings hatte ich auch einige „Ansprüche“ an den Zweithund. Ich wollte nicht noch so eine kleine Granate wie Brooke, denn das würde eine unhaltbare Kombination werden. Etwas souveräner, in sich ruhender, aber trotzdem mit viel Spaß und Motivation bei der Arbeit. Außerdem gesundheitlich in allen Bereichen frei. Und auch optisch sollte mir der Hund natürlich gefallen.

Relativ schnell lernte ich dann Ivy’s Züchterin kennen und da war Nova – Ivy’s Mama – auch schon tragend. Nicht nur die Hunde und die ganze Zucht sprach mich sehr an, auch mit Aileen verstand ich mich von Anfang an sehr gut. So kam es also, dass ich auf die Geburt der Welpen hinfieberte.

Als die kleinen felligen Babys dann geboren waren, haderte ich noch relativ lang mit mir. Gerade in Hinsicht auf meine Charaktervorstellungen, zeigt sich ja in den ersten Wochen nicht gerade viel. Optisch sagte mir Ivy anfangs überhaupt nicht zu. Ich bin kein Fan von hellen Merles. Und gerade auf den ersten Fotos, sah Ivys Creme-Grundfarbe fast weiß aus.

Aileen war aber sehr geduldig mit mir und ich glaube, dass sie von Anfang an wusste, dass ich mich letztendlich für Ivy entscheiden werde. Bei mir machte es beim zweiten Besuch dann „Klick“, als ich im Welpenauslauf saß und Klein Ivy auf meinem Schoß eingeschlafen ist. So gesellte sich dann also im März letzten Jahres zu der 18 Monate alten Brooke die kleine Ivy, die jetzt mittlerweile auch schon 16 Monate alt ist.

Zweithund - War es die richtige Entscheidung?

Zwei Junghunde – kann das gut gehen?

Ivy ist mittlerweile in ihrer zweiten Pubertät angekommen. Sie hört erst auf den zweiten Rückruf, ist unkonzentriert und wirbelt durch ihre kleine bunte Welt. Aber das ist auch nur eine Phase, lassen wir das also gerade mal etwas außen vor. Ivy ist fast genau der Hund, den ich mir als Zweithund gewünscht habe. Sie ist in den meisten Fällen deutlich souveräner und abgeklärter als Brooke. Bei der Arbeit möchte sie immer alles richtig machen, was das Training manchmal nicht ganz einfach macht. Da würde ich mir manchmal wünschen, dass sie mehr ausprobiert, Fehler macht, ohne dann gleich frustriert zu sein. Die Art wie ich mit Brooke neue Dinge übe, funktioniert bei Ivy nicht beziehungsweise einfach deutlich langsamer. Aber seit ich das nun weiß und unser Training auf Ivy anpasse, lernt auch sie wesentlich schneller.

Zweithund - War es die richtige Entscheidung?

Die Beziehung der beiden Mädels ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Sie halten definitiv zusammen und sind ein gutes Team. Allerdings besteht Brooke auf ihre Distanzzone und möchte zum Beispiel kein Kontaktliegen mit Ivy. Ivy hingegen würde ihr am liebsten den ganzen Tag die Ohren putzen und schmusen, schmusen, schmusen! Draußen wird sich gegenseitig gehütet, zusammen geschnüffelt und die Welt erkundet. Alles in allem ergänzen sich die beiden in meinen Augen aber sehr gut und darüber bin ich unendlich froh!

Ein Welpe zieht ein? Pawsome Dreams

Die richtige Entscheidung?

Selbstverständlich war – und ist es noch – nicht immer einfach mit zwei jungen Hunden, aber ich würde behaupten, wir sind ein ganz gut eingespieltes Trio. Man hat ja immer mal so Tage, wo man den Hund am liebsten vierteilen würde, weil er irgendwas Dummes angestellt hat oder partout nicht hört. Aber ich bin der Meinung, dass es nicht deutlich schlechter läuft als bei den durchschnittlichen Zwei-Hunde-Haltern. Vorallem ist die größte Schwachstelle auch noch oft mein Führungsstil.

Ich persönlich bin ein Mensch, der an Herausforderungen unheimlich wächst, auch wenn sie einen im ersten Moment wohl überfordern. Aber da packt mich dann mein Ehrgeiz und genauso war es auch bei der Hundeerziehung. Ein Hund zieht vielleicht mal an der Leine, aber bei Zwei fliege ich dann doch wie ein Fähnchen hinterher. Dadurch wurde ich natürlich auch deutlich konsequenter, was sich auch sehr positiv auf Brooke ausgewirkt hat. Gerade ich mache immernoch große Sprünge was Konsequenz, Durchsetzungsvermögen und Führungsstil angeht und das spiegelt sich natürlich auch in meinen Hunden wieder.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch an die beiden wunderbaren Züchterinnen der Aussiemädchen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Danke für eure unermüdliche Geduld mit mir und natürlich für diese tollen Hunde!

Ich bin überglücklich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und ich nun zusammen mit meinem blauen bekloppten Seelenhund und dem kleinen braunen Wirbelwind die Welt entdecken kann.

Zweithund - War es die richtige Entscheidung?

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3 Kommentare

  • Maike 06/05/2017 at 15:59

    Ich überlege ja auch immer wieder, einen Zweithund aufzunehmen. Koa ist jetzt 18 Monate alt – und in ihrem Fall wäre mir ein zweiter Hund zu früh. Zum einen, weil ich grundsätzlich gerne etwas mehr Abstand zwischen den beiden hätte, zum anderen weil Koa auch gerade in der zweiten Phase der Pubertät steckt und immer wieder Unsicherheiten zeigt… Aber beim vorletzten Wurf meiner Züchterin wäre ich auch fast schwach geworden 😉
    Ich finde einfach toll, dass es bei euch Drei so gut klappt – und Baustellen haben wir alle. Egal wie viele Hunde. Genießt die gemeinsame Zeit 😘
    Viele Grüße
    Maike mit Koa

    Reply
  • Nina 06/05/2017 at 16:54

    Ich überlege ja auch wegen einem Zweithund… Rosi liebt Gesellschaft von anderen Hund und kuschelt und spielt für ihr Leben gern. Mir wurde auch von Rosi’s Dogwalkerin zu einem Zweithund geraten und sie meinte, dass es genau das richtige Alter (circa 18 Monate) wäre, da sind sie quasi noch offen für Neues und können sich noch besser mit „Zuwachs“ anfreunden.
    Es würde auf jeden Fall kein Welpe werden und diesmal müsste wir uns vorher kennenlernen (Rosi kam quasi ungesehen aus Spanien), denn bei den Hunden muss es ja unbedingt passen.
    Aber es ist natürlich auch einen finanzielle Frage (Rosi war das erste Vierteljahr viel krank, was viele Ersparnisse verschlungen hat…) und ich in Berlin ohne Auto wohne… alles Faktoren, die bei zwei Hunden nochmal beeinflusst werden… ich habe definitiv mit dem Thema noch nicht abgeschlossen und halte auch ein Auge offen, aber muss auch noch ein paar Mal in mich gehen, ob ich mir das wirklich vorstellen kann… (vielleicht auch grade für mich schwer, weil ich operiert worden bin und nun erstmal zwei Wochen fast ausschließlich liegen muss und man dann denkt mit zwei Hunden wär’s noch schwieriger)

    Es freut mich, dass es bei euch gut klappt und es macht mir auf jeden Fall Mut, vor allem weil Rosi und ich auch noch einige Baustellen haben.

    Liebe Grüße
    Nina & Rosi

    Reply
    • Julia 06/05/2017 at 21:03

      Danke für diesen schönen, herzlichen, ehrlichen und liebevollen Blogbeitrag! Noch steht bei uns das Thema gar nicht zur Debatte, da das Aussie-Kind noch klein ist und ich nicht sagen kann was mal wird, aber deine Aussage zu Brookes Erziehung hat mich sehr berührt. Die Stelle mit dem Benehmen am Hundeplatz, das von anderen Leuten kommentiert wird, und niemand sieht was sie eigentlich sonst alles kann und meistert. Du hast mir damit aus der Seele gesprochen 🙂 bei mir heißt es immer: kann sie Tricks? Wie viele? Kann sie sich drehen? Warum nicht? Da müsst ihr mal Tricks üben! Aussies sind doch die, die so viele Tricks können.
      Als wäre die Zahl der Tricks die Skala an der man sieht wie gut sie erzogen ist. Und als wäre sie dazu da, für Fremde ihre Tricks abzuspielen. Was sie sonst im Alltag eigentlich alles meistert, sieht auch keiner.
      Hut ab davor dass du dich der Herausforderung Zweithund gestellt hast, ich bin sonst eher der stille Mitleser und youtube-Zuschauer, aber du machst das wirklich ganz toll!

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